Australien, Reiseziele
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Silvester in Sydney

2016 ist da und ich hätte mir keinen besseren Start in das neue Jahr wünschen können. Ich habe mich dafür entschieden, Silvester in Sydney zu feiern – an einem der schönsten Aussichtspunkte auf das Feuerwerk, den Hafen, das Opera House und die Harbour Bridge.

16 Stunden warten auf 12 Minuten Feuerwerk. Das ist doch bescheuert, denkt Ihr jetzt vielleicht, aber ich habe das jetzt schon zum zweiten Mal gemacht und es war wunderbar. Ich feiere Silvester nicht so gerne, min Vater starb an einem Neujahrstag, aber hier fühlt es sich anders an.

Sydney ist sehr organisiert, was das weltberühmte Feuerwerk angeht, das in so vielen Ländern ausgestrahlt wird, weil Australien das neue Jahr vor den meisten anderen Ländern begrüßt und weil es immer wieder so spektakulär schön ist. Der Hafen von Sydney ist aber auch eine perfekte Kulisse.

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Gestern waren etwa 1,6 Millionen zusätzlicher Menschen in der Stadt und Sydney lässt sich einiges einfallen, damit man gut informiert in den Abend starten kann. Es wird getwittert, es gibt Infomobile, Broschüren und sogar eine App informiert über die besten Aussichtspunkte und übermittelt in Echtzeit Informationen darüber, ob ein Standort voll belegt ist. Richtig, es gibt ein Limit. So dürfen zum Beispiel am Mrs. Macquarie’s Chair 16.000 Menschen feiern – die Plätze sind begehrt und so verbringen einige wenige schon die Nacht hier.

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Als ich um 8 Uhr an der Schlange der Wartenden, die ziemlich genau an der Art Gallery of New South Wales startet, ankomme, ist es schon rappelvoll. Scheinbar endlos die Schlange. Zwar ist klar, dass alle, die jetzt schon hier sind, auch reinkommen werden, aber am Mrs Macquarie’s Chair, der an den botanischen Garten angrenzt, stehen einige riesige Bäume, die die Sicht versperren und wer freie Sicht auf das Feuerwerk haben möchte, muss sein Handtuch eben früh ausbreiten.

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Hier schon einmal ein kleiner Hinweis: Wenn Ihr den New Years Evening mit Australiern begehen wollt, seid Ihr hier am falschen Ort. Überwiegend tummeln sich hier Touristen aus aller Herren Länder, wobei unfassbar viele Deutsche dort sind. Schon vor zehn Jahren hatte ich den Eindruck, hier wird nur deutsch gesprochen. Warum also hierher? Richtig, die Aussicht.

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Zurück zur Schlange. Es ist warm aber nicht zu heiß, was um diese Jahreszeit auch gerne mal ganz anders aussehen kann, und es herrscht gute Laune. Ich schleiche mich unbemerkt sehr weit vorne in die Schlange und nach etwa einer Stunde hat sich meine Gruppe zusammengefunden. Wir haben uns über Facebook organisiert. Michel aus den Niederlanden und Barbara aus Argentinien habe ich im Ghan Train kennengelernt, als wir aus diesem evakuiert wurden, Tyler aus Australien (der zu spät kommt und keinen Zutritt mehr bekommt) ebenfalls. Nach und nach hat jeder von uns noch weitere Reisebekanntschaften hinzugefügt und so kommen noch ein Inder, zwei Schweizerinnen und zwei Deutsche hinzu, beim Warten lernen wir noch mehr nette Menschen kennen, die uns den Abend über begleiten.

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Um Punkt zehn Uhr wird eingelassen und gezählt. Es herrscht ein striktes Alkoholverbot. Was, Silvester ohne Alkohol? Auf dem Gelände werden Essen und Alkohol verkauft, mitbringen darf man ihn nicht. Unsere Gruppe schmuggelt auf kreative Weise dennoch diverse Drinks aufs Gelände. Nina 2 hat mehrere Flaschen Weißwein dabei. Da nur versiegelte Flaschen mit Wasser oder Softdrinks mitgebracht werden dürfen, hat sie einen Softdrink ähnlicher Farbe gekauft, die Flaschen dann mit Wein befüllt und in unendlicher Fummelarbeit mit Tesa von der Innenseite des Deckels den Anschein geschaffen, es handele sich um versiegelte Flaschen eben dieses Softdrinks.

Anands Jim Beam Plastikflaschen machen ihn und uns alle kirre, weil er noch in der Schlange alle zwei Minuten den Aufbewahrungsort wechselt. Am Ende landet eine in der Kameratasche und eine in seinem Schritt. Er sieht aus wie nach einem Hodenbruch und ich weine vor lachen, lenke aber beim Einlass von jedem Verdacht ab, als ich den Ordner dazu auffordere, unbedingt Anands Hintern auf Schmuggelware zu checken. Frech gewinnt und der Ordner und ich scherzen, während Anand weiter aufs Gelände geht, gerade noch rechtzeitig, ehe wir auffliegen können, weil die Flasche verrutscht ist.

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Weiter geht es im Stechschritt und da unsere Gruppe sich aufgeteilt hat, haben wir nun zwei verschiedene Plätze mit Aussicht. Nach einer Diskussion und gegenseitiger Begutachtung des jeweils anderen Orts der Wahl haben wir unseren Platz gefunden und ab jetzt setzt totale Entspannung ein. Es sind noch 14 Stunden, aber in unserer großen Gruppe vergeht die Zeit wie im Flug und wir versorgen uns gegenseitig mit Essen und Getränken. Nina 2 hat einen Orden verdient – bis 2 Uhr nachts hat sie in der Küche gestanden und Obst, Salat, Gemüse und zig andere Sachen in großer Menge vorbereitet. Ratzfatz ist es Abend.

Um 21 Uhr gibt es den ersten Vorgeschmack auf das große Feuerwerk, ab 23 Uhr sind dann alle langsam ziemlich müde, doch als um Mitternacht das Feuerwerk beginnt, sind wir alle hellwach und staunen. 12 Minuten lang geht das Feuerwerk, es ist wunderschön. Auch wenn ich nicht ganz vorne dabei bin, weil mir der Tag in der Gruppe wichtiger war als das perfekte Foto, kriege ich noch ein paar ganz nette Bilder zustande.

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FROHES NEUES JAHR!

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Übrigens hat man auch von einigen der Orte in Nord Sydney einen tollen Blick auf das Feuerwerk, aber ich finde die Atmosphäre und die Kulisse mit den Booten, der Oper und der Brücke einfach perfekt.

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Wenn Ihr einen Sydney Aufenthalt um den Jahreswechsel herum plant, schaut Euch unbedingt das Feuerwerk an. Es ist einzigartig und wirklich jede Minute des Wartens wert. Weitere tolle Aussichtspunkte sind zum Beispiel das Blue Points Reserve auf der anderen Seite der Brücke oder Bradley’s Head. Eine Karte mit allen Aussichtspunkten findet Ihr hier. Man kann sich auch auf einem Boot einmieten und genau unterhalb des Mrs Macquarie’s Chair kann man am Wasser mit ganz freier Sicht auf Brücke und Oper dinieren, es gibt sogar einen kleinen „Pool“, der vor Haien sicher ist. Im Hafen von Sydney gibt es nämlich verdammt viele Haie, die sich auch von den Massen an Booten an Silvester nicht vertreiben lassen – das hat man vor ein paar Jahren in der Silvester Nacht einmal getrackt.

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Wo feiert Ihr am liebsten Silvester? Wart Ihr auch schon einmal beim Feuerwerk in Sydney dabei?

4 Kommentare

  1. Stefan sagt

    Irgendwie über Twitter bin ich auf deinen Blog hier gestoßen und bin ab sofort follower 😉
    Viel Spaß noch auf deiner Reise 🙂

  2. Heike sagt

    Liebe Nina,
    ich wünsche Dir einen wunderbaren Start ins Jahr! 🙂
    Beste Grüße aus Hamburg,
    Heike.

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