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12 Stunden in Zagreb

Nicht immer hat man viel Zeit, um eine Stadt zu erkunden. Warum sich ein spontaner Tag in einer fremden Stadt trotzdem lohnen kann? Vielleicht ist das ein bisschen wie mit unerwarteten Begegnungen: Manchmal sind diese von kurzer Dauer, dafür aber umso intensiver.

Hauptbahnhof Zagreb

Hauptbahnhof Zagreb

Zagreb lässt sich am besten ab dem Hauptbahnhof oder dem Ban-Jelacic-Platz aus zu Fuß erkunden. Der große Platz bildet das Zentrum der überschaubaren Stadt und unterteilt sie in Ober- und Unterstadt. Los geht’s!

Die Kathedrale von Zagreb

Wenn Ihr vom Ban-Jelacic-Platz aus kommt, könnt Ihr den Hügel hinauf die Kathedrale gar nicht verfehlen. 108 Meter hoch sind die beiden Türme der im neugotischen Stil gebauten Kathedrale. Nachdem der Originalbau aus dem 15. Jahrhundert bei einem Erdbeben 1880 stark beschädigt worden war, wurden die Türme beim Neuaufbau hinzugefügt.

Mein Besuch fällt auf den Palmsonntag und aus allen Richtungen kommen Menschen mit Ölzweigen, um die Kathedrale zu besuchen und diesen Tag zu begehen.

Dolac – Der größte Markt in Zagreb

Von der Kathedrale aus geht es weiter zum Dolac, dem größten Markt in Zagreb. Hier werden regionale Produkte verkauft. Wenn Ihr Platz dafür habt, nehmt Euch kroatisches Olivenöl, Feigen oder Honig mit. Alles super lecker. Und natürlich frische Zutaten für Euer Essen, falls Ihr selbst kocht. In Kroatien schmecken Tomaten noch wie Tomaten – überhaupt haben die meisten Obst- und Gemüsesorten einen viel intensiveren Geschmack als unsere importierten Produkte.

Dolac Markt, Zagreb

Dolac Markt, Zagreb

In der Halle am Ende des Platzes findet der Fischmarkt statt. Hier könnt Ihr frischen Fisch kaufen. Ich kriege einfach nie genug von den frischen Kalmaren – Lignje heißen die hier und schmecken am besten gegrillt und mit Olivenöl, Knoblauch und frischem Weißbrot zum Tunken. Wenn Euer Kalmar nicht hohl ist und die innere weiße Masse anders schmeckt als das äußere, dann habt Ihr ein Weibchen erwischt. Ich persönlich mag die Eier gar nicht, aber die kann man einfach rausziehen.

Der Grič Tunnel

Den Tunnel habe ich zufällig entdeckt, als ich mich auf Instagram umgeschaut habe, ob ich etwas Neues entdecke. Natürlich ist der Tunnel nicht neu, denn er wurde bereits im zweiten Weltkrieg 1943 gebaut.

Nach dem Krieg geriet er in Vergessenheit. 1993 wurde er für eine Rave Party geöffnet. Er wurde restauriert und ist seit 2016 öffentlich zugänglich. Ja, es ist ’nur‘ ein leerer Tunnel, aber eine coole Location für Fotos und im Sommer, wenn die Stadt sich aufheizt, sicher auch eine willkommene kühle Pause von der kroatischen Hitze.

 

Es gibt auch Pläne, aus dem 350 Meter langen Tunnel mit seinen diversen Abzweigungen ein interaktives Museum zu machen.

Vom Ende des Tunnels aus könnt Ihr den Hügel hinauf kraxeln. Dort werdet Ihr mit einer tollen Aussicht auf Zagreb belohnt und seid auch gleich richtig für einen Besuch des Markusplatz und des ‚Museum of broken relationships‘.

Die Seilbahn in Zagreb

In der Oberstadt gibt es eine kleine Seilbahn, die 1890 gebaut und in den 1970er-Jahren modernisiert wurde. Wem die Hitze zu schaffen macht oder wer nicht so gut zu Fuß unterwegs ist, kann die Seilbahn nutzen, um sich in Richtung St. Markus oder Museum aufzumachen oder einfach nur die Aussicht von oben zu genießen. Auch das steinerne Tor und der Lotrščak Turm sind hier oben gelegen.

Seilbahn in Zagreb

Seilbahn in Zagreb

Der Turm wurde im 13. Jahrhundert gebaut und ist nach der ‚Glocke der Diebe‘ benannt, die früher abends läutete, ehe die Stadttore geschlossen wurden.

Der Markusplatz

Der Markusplatz wird dominiert von der wunderschönen Kirche St. Markus. Das Dach mit seinem traumhaft schönen Mosaik erinnert ein wenig an den Stephansdom in Wien, auch wenn ich das Dach hier noch schöner finde. Es wurde im 19. Jahrhundert so bunt verziert. In dem Mosaik findet sich das Wappen des Königreichs Kroatien, Slawonien und Dalmatien und das Stadtwappen von Zagreb.

Der Markusplatz ist aber auch das Herz Kroatiens, denn links und rechts der Kirche befinden sich zwei wichtige Gebäude: Hier sitzen das Parlament und die Regierung des kleinen Landes.

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen

Auch das ‚Museum of broken relationships‘ liegt in der Oberstadt. Hier habe ich zusammen mit meiner Cousine, für die es tatsächlich auch der erste Besuch war, knapp drei Stunden verbracht. Ich fand das Konzept so interessant, dass ich dem Museum einen eigenen Artikel gewidmet habe.

Zrinjevac-Park und Umgebung

Falls Ihr Eure Stadttour am Hauptbahnhof startet,  seid Ihr schnell zu Fuß am Hauptplatz. Der kleine Spaziergang lohnt sich, denn Euer Weg führt Euch nicht nur am wunderschönen Kunstpavillion und der Strossmayer Galerie vorbei, sondern auch durch den Zrinjevac-Park, der im Frühling und Sommer wirklich sehr schön ist und zum Verweilen einlädt. Auch schöne Gebäude aus der K&K-Zeit finden sich in der Stadt.

Essen und Kaffee trinken

So klein Zagreb auch ist, so zahlreich sind die Möglichkeiten, Kaffee zu trinken oder etwas leckeres zu essen. Sehr beliebt ist die Straße Tkalčićeva ulica und ihre Seitenstraßen. Ob kroatisch, italienisch, arabisch oder asiatisch – hier werdet Ihr fündig.

Viel wichtiger als das Essen ist in diesem Fall aber der Kaffee. Cafés gibt es jede Menge und hier seht Ihr überwiegend Kroaten und nicht wie in anderen Innenstädten Touristen. Es gehört einfach zur kroatischen Kultur, sich immer wieder zu einem Kaffee hinzusetzen. Coffee to go gibt es hier zwar auch, aber es wird kaum genutzt und wie schön ist das. Wenn Ihr mehr Zeit in Zagreb habt, schaut Euch doch auch den botanischen Garten an. Hier war ich bei meinem letzten Besuch in der Stadt.

Warum ich dieses Mal nur so kurz in Zagreb war? Der Stop war gar nicht geplant. Meine Fahrt nach Split dauerte aufgrund der Grenzkontrollen bei der Ein- und Ausreise in Slowenien länger als geplant, weswegen ich spontan zwei Nächte in Zagreb eingelegt habe. Da ich schon in Zagreb war, musste ich mich nicht großartig neu orientieren. Die Stadt ist übrigens sehr gut zu Fuß zu erkunden. Zwischen all den Dingen, die ich gesehen habe, blieb auch genug Zeit für zwei Kaffeepausen und ein entspanntes Mittagessen mit meiner kroatischen Cousine.

Streetart in Zagreb

Streetart in Zagreb

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig Lust auf einen Besuch in Zagreb machen. Auch wenn es die meisten Reisenden an die Küste nach Split, Dubrovnik oder eine der vielen Inseln zeiht, Zagreb lohnt allemal einen Abstecher.

Wart Ihr schon einmal in Kroatien? Was sind Eure liebsten Orte? Was habt Ihr dort erlebt? Erzählt es mir in den Kommentaren!

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  1. Pingback: Urlaub in Kroatien – es ist nie zu spät! | gottundbratkartoffeln

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